Ein langer Weg

Ein langer Weg

Morgen geht es los!  Wie schön, dass ich meinen ersten Beitrag mit diesen 4 Worten beginnen kann. Der Blog steht soweit, sodass er online kann. Zwar ist er noch nicht mit viel Content gefüllt, aber damit fang ich ja nun an.

Lange habe ich überlegt, ob es sinnvoll ist jetzt eine längere Reise ins Ausland auf mich zu nehmen. Ich habe Zeit, gefühlt ohne Ende und auch genug Geld angespart für mein Vorhaben. Normalerweise würde ich nicht zweimal überlegen. Aber wie ihr euch denken könnt geht es hier um etwas anderes, was zur Zeit Einfluss auf so gut wie jedes Land, jede Branche und jeden Menschen hat.

Corona hat mein Leben komplett verändert. Noch vor nicht allzu langer Zeit war ich Flugbegleiterin, habe in Dubai gelebt und für Emirates gearbeitet.

Am 23. März.2020 wurde der Flughafen in Dubai, einer der größten Flughäfen der Welt, geschlossen und somit standen auf der einst nie zur Ruhe kommenden Lande und-Startbahn hunderte von Flugzeugen, Seite an Seite bereit bald wieder in den Himmel zu steigen. Zwei Wochen, so war der Plan. Aber Corona hatte andere Pläne und aus zwei Wochen sollten es einige Monate mit kaum funktionierendem Flugverkehr werden. Bis heute ist dieser Bereich noch sehr eingeschränkt.

Seit diesem Tag war nichts mehr so wie es vorher gewesen ist. Natürlich nicht nur für uns Flugbegleiter, sondern für alle Menschen. Aber jeder hat seine ganz individuelle Erfahrung gemacht. Für mich hieß es drei Monate lang in Dubai auf eine Verbesserung zu warten und davon anderthalb Monate komplett eingesperrt zu sein. Zu meiner Lockdown Zeit in Dubai wird es auch noch einen Beitrag geben.

Jedenfalls wurde es dann letztendlich Zeit für mich meine Sachen zu packen und mein Leben in Dubai und den interessantesten Job, den ich mir bis jetzt vorstellen kann, aufzugeben und zurück nach Berlin zu ziehen.

Ich habe mich gut eingelebt, habe einen neuen Job in Aussicht und viele neue Ideen für meine Zukunft.

Ich hätte niemals gedacht, dass ich jemals in solch eine Situation kommen würde, wo ich so viel Zeit hätte, sodass ich gefühlt alles machen könnte, aber es nicht machen kann. Und das ist sehr schwer zu akzeptieren. Ich möchte jetzt keine Corona Diskussion starten. Ich bin mir dessen bewusst, dass es wichtig ist dieses Virus so schnell es geht in den Griff zu bekommen. Nicht nur wegen des Viruses, sondern auch durch die dadurch entstehenden wirtschaftlichen und sozialen Probleme, die einige Menschen in den Ruin, in traurige Gesundheitszustände und in eine schreckliche Armut treiben. Aber keiner weiß so richtig wie man es hinkriegen soll. So viele verschiedene Ansätze, so viele Theorien. Ich habe für mich selbst beschlossen mich an die Regelungen zu halten und meinen Teil dazu beizutragen die Situation zu verbessern, auch wenn es heißt vielleicht Sachen zu tun, die sich am Ende als sinnlos herausstellen. Aber man weiß es ja vorher nicht. Ich möchte mich aber auch nicht verrückt machen lassen, darüber meckern, dass Corona meine ganzen tollen Pläne zu Nichte gemacht hat, sondern weiterhin flexibel zu bleiben und Sachen tun, die mich weiterbringen und auch anderen Menschen helfen.

So ist nun mal das Leben, es möchte nicht geplant werden und das ist das Schöne daran. Man muss einfach nur mitfließen, Dankbar sein für das was man hat und das Beste aus jedem Tag machen.

So, nun aber zu meinem neuen Abenteuer! Ab morgen geht’s für mich nach Spanien. Und zwar habe ich vor einigen Wochen beschlossen den Jakobsweg zu laufen. In der französischen Stadt Saint-Jean-Pied-de-Port werde ich starten und unter anderem über die Pyrenäen und einige alte spanischen Königsstädte zu der über 800km weit entfernten Stadt (und dem Ende des Jakobswegs) Santiago de Compostela pilgern. Nur mein Backpack, die spanische Sonne und ich. Durch mein ständiges rumgereise, bin ich mittlerweile selten aufgeregt, sondern eher voller Vorfreude. Aber diesmal ist es anders. Ich habe wirklich großen Respekt vor dem was ich mir vorgenommen habe und weiß einfach gar nicht worauf ich mich einstellen soll. Ich bin soo gespannt wie es mir ergehen wird und was mich für Sachen auf dem Weg erwarten.

Der Jakobsweg ist ein Weg in Spanien, der seit über 1000 Jahren von Pilgern bewandert wird, mit dem Ziel das Grab des Apostels Jakobus in der Stadt Santiago de Compostela in Westspanien zu sehen. Es gibt mehrere Routen, aber alle mit demselben Ziel. Die bekannteste Route ist der Camino Frances, welcher etwa 800 km lang und der meist bewanderte der Jakobswege ist. Auch ich habe mich für diesen entschieden.

Vielleicht fragst du dich was denn der Sinn dabei ist, 800 km 4-5 Wochen lang in der spanischen Hitze zu einem Grab zu pilgern. Ich werde es hoffentlich dann in 4-5 Wochen wissen. Gehört habe ich aber, dass viele Menschen es als eine Möglichkeit sehen, aus dem absurd schnell werdenden Alltag herauszubrechen, sich wieder mit sich selbst und der Natur zu verbinden und dadurch wieder etwas Klarheit über ihr Leben zu bekommen. Ich habe gehört dieses tägliche monotone vor sich hinwandern hätte eine meditative Wirkung (was ich mir gut vorstellen kann). Aber auch die Möglichkeit zu haben sich mit anderen Pilgern auszutauschen, Gleichgesinnten, denen höchstwahrscheinlich ähnliche Gedanken durch den Kopf gehen.

Immer mehr Menschen haben sich in den letzten Jahren dafür entschieden den Jakobsweg zu laufen. Von Erfahrungsberichten weiß ich, dass es zur Hochsaison sehr eng wurde und die Plätze in den Herbergen kaum ausreichten. Wo einst Menschen Ruhe und Stille gesucht haben, fanden sie sich in den letzten Jahren in Pilgerscharen wieder. Die Prognosen zeigten, dass im Jahr 2020 und 2021 die Zahlen noch mehr steigen sollten.

Doch die Prognose sollte sich nicht erfüllen. Während letztes Jahr im Juli  noch mehr als 53.000 Pilger registriert wurden, liegt der Stand von diesem Jahr etwas unter 10.000.

Auf der einen Seite, freue ich mich, dass ich dadurch vielleicht den ursprünglichen Flair und Geist des Jakobsweges erleben werde. Auf der anderen Seite wiederrum habe ich etwas Sorge, dass ich durch die Covidmaßnahmen Probleme haben werde Herbergen zu finden, oder ich im schlimmsten Fall sogar das Land vorzeitig verlassen muss. Aber damit werde ich mich dann auseinandersetzen, sollte es soweit kommen.

Da mein Papa und meine Schwester den Jakobsweg schon im Jahr 2012 und 2014 bewandert haben, haben sie mir natürlich einige Tipps mitgegeben:

  • Leicht packen! (nur das Nötigste)
  • Gute Schuhe besorgen
  • Immer früh loslaufen, um schon viele Kilometer zu schaffen, bevor man dann in der Mittagshitze eine Siesta einlegt)
  • Falls man vom Weg abkommt immer lieber nachfragen, bevor man unnötig 10 km in die falsche Richtung läuft 😀

Ich habe mir fest vorgenommen, meinen Weg, meine Erkenntnisse und Erlebnisse, die auf mich mit Sicherheit zukommenden Krisen aber auch Höhen auf meinem Blog festzuhalten und somit mit euch zu teilen.

Solltet ihr irgendwelche Tipps für mich haben würde ich mich sehr darüber freuen diese von euch zu erhalten!

Ganz viel Liebe und bis bald,

Eure Sarah 😊 ♡

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Guaga

    Go, Tochter, Go! 🖐️😍

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