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Die heiligen zwölf Rauhnächte - Eine Zeit der Stille
und des In-sich-Kehrens

Ich war schon immer ein großer Fan von Traditionen, Bräuchen und und dem einen oder anderen Aberglauben. Wie oft hat man als Kind Sachen von den Großeltern oder auch Eltern gesagt bekommen, die man einfach so hingenommen hat. Die man im Laufe der Zeit vergessen hat, sich aber in bestimmten Situationen wieder daran erinnert und die manch eine Entscheidung von uns beeinflussen. Und so passiert es, dass wir einige Floskeln, Traditionen und Glaubenssätze übernehmen und gar nicht wissen woher diese stammen. Aber ich finde, dass genau diese Sachen unser Leben so bunt und interessant machen und uns das Gefühl einer Gemeinschaft und auch einer gewissen Geborgenheit auf dieser Welt geben. Es gibt nämlich Tausende von solchen alten Übermittlungen, die sich von Region zu Region unterscheiden. Und umso interessanter finde ich es , wenn man dann noch anfängt nach zu forschen woher dieser Glaube denn nun kommt und was sich die Menschen denn damals dabei gedacht haben. Mit der Zeit verändern sich alte Traditionen und werden an unseren heutigen Lebensstil angepasst, aber das ist nun mal der Lauf des Lebens und bedeutet nicht unbedingt, dass es was Schlechtes sein muss.

Seit einigen Wochen bin ich dem Begriff ,,Rauhnächte“ immer wieder begegnet. Ob es bei Facebook war, oder über den Link einer Freundin, er ploppte fast täglich vor mir auf. Irgendwann hat mich das Interesse dann doch gepackt und ich habe angefangen darüber zu recherchieren. Ich finde schon alleine der Name Rauhnächte hat einen so interessanten und mystischen Klang, dass ich wusste mir würde gefallen was sich hinter dem Namen verbergen würde. Und so war es dann auch. Ich habe mir einiges über die Geschichte dieser Nächte durchgelesen und da es ein sehr alter Glaube ist, gibt es auch viele unterschiedliche Ansätze. Dann habe ich darüber nachgedacht, wieso es Artikel zu diesen Nächten denn in unserer heutigen Zeit wieder vermehrt auf Facebook und auf vielen Blogs zu finden gibt, und mich dazu belesen was die Menschen, die sich mit den Rauhnächten auseinander setzen denn heute damit machen.  

Es wird für keinen eine neue Information sein, wenn ich schreibe, dass wir in einer Zeit leben, wo es zur Normalität gehört von A nach B zu hetzen, immer mehr zu wollen, Verabredungen mit geliebten Menschen zwischen zwei Termine zu quetschen, zwischendurch in Eile was zu Essen, ohne sich bewusst zu machen, das und was man gerade gegessen hat und immer schneller zu werden, immer schneller bis man irgendwann außer Puste ist, man nicht mehr mithalten kann und nicht versteht wieso. Nicht für alle Menschen, aber für einen großen Teil in unserer westlichen Welt ist das was seit einigen Monaten auf der Welt passiert doch eine kleine Bremse gewesen. Die Gelegenheit nachzudenken. Denn wenn man sich in dem Hamsterrad befindet, bemerkt man es ja oft gar nicht oder hat keine Zeit sich damit auseinander zu setzen. Und nun stelle ich fest, dass sich immer mehr Menschen fragen, ob sie denn nach Corona wieder so weitermachen möchten wie davor? Sie hatten Zeit gehabt für ihre Familien und Freunde, Zeit um kreativ zu sein, Zeit für sich, Zeit um herauszufinden was sie eigentlich erfüllen würde. Das traurige ist leider, dass man sehr schnell wieder in alte Muster verfällt und ehe man es bemerkt und aufhalten kann, ist man wieder drinnen, und verschiebt das was man doch wirklich möchte auf ein Morgen, welches nie zu kommen scheint. Aber dem kann man gut entgegen wirken. Man muss ja nicht sofort den Job kündigen und sein ganzes Leben auf den Kopf stellen, denn wenn wir gestresst sind, denken wir sowieso das alles keinen Sinn macht und verliert die Lust am Leben. Dann erscheint einem alles zu viel und man weiß sowieso nicht was man eigentlich möchte und bräuchte um sich besser zu fühlen. Und deswegen ist es wichtig, sich Zeit zu nehmen. Zeit für sich. Ich nenne es liebevoll ein Date mit sich selbst zu haben. Als ich angefangen habe mir diese Zeit für mich zu nehmen und noch einige andere Sachen, haben mein Leben komplett verändert. Es ist wie Medizin für den Geist, die Seele und automatisch auch für den Körper. Und hier kommen wir zu den Rauhnächten. Ich bin nicht unbedingt ein Fan von bestimmten Tagen an denen man sich Vorsätze nehmen soll, wie zum Beispiel der 31.12 oder der eigene Geburtstag. Ich finde das kann man an jedem einzelnen Tag und in jedem Moment machen, wenn einem danach ist. Dennoch mag ich wie oben erwähnt Rituale und Traditionen und das Gefühl der Gemeinschaft. Und da wir Menschen, die sich in der Schnelligkeit unserer heutigen Welt verlieren, es sonst nicht machen würden, helfen uns bestimmte Abschnitte, Tage und Ereignisse um uns doch die Zeit für uns zu nehmen und ein bisschen Ruhe in unseren Alltag einzuladen. 

Die Rauhnächte sind Nächte, die in den gängigsten Überlieferungen die zwölf Nächte zwischen Weihnachten (die Nacht vom 24.12 auf den 25.12) und dem Dreikönigstag (die Nacht vom 05.01 auf den 06.01) markieren. Diese heiligen zwölf Nächte stehen symbolisch für die 12 Monate im neuen Jahr. In den Nächten treiben laut Legenden und Geschichten Dämonen ihr Unwesen und der Zeit werden besondere Kräfte zugesprochen, was die Nächte auch zu magischen Nächten werden lässt. Die zwölf Nächte symbolisieren jedoch nicht nur die 12 Monate im kommenden Jahr, sondern auch das Öffnen der Tore in die „andere Welt“ , das Verschwimmen der Grenze zwischen dem Jenseits und dem Diesseits. Diese zwölf Nächte sind aus der Differenz zwischen dem Sonnenjahr, welches 365 Tage zählt und dem Mondjahr, welches wiederum nur 354 Tage zählt, entstanden. Deshalb sollen diese Nächte und Tage eine besondere Zeit sein, die außerhalb von Zeit und Raum liegen, in denen besondere Kräfte herrschen und wo die spirituelle Welt mit der irdischen in Kontakt tritt und es uns somit leichter macht sich mit etwas Höherem zu verbinden. In diesen in der „Zwischenwelt“ existierenden Nächten und Tagen werden die Kräfte der Natur außer Kraft gesetzt und durch die besondere Verbindung zur spirituellen Welt, haben Lichtwesen, Engel, sowie Dämonen besseren Zugang zu unserer irdischen Welt und umgekehrt. Deswegen war es früher zum Beispiel verboten in diesen Nächten Wäsche aufzuhängen, damit sich die Dämonen auf ihrer wilden Jagd nicht in den Laken verfangen würden um diese dann als Leichentuch für den Besitzer zu benutzen. Es durften keine Karten gespielt werden sowie keine Unordnung im Hause herrschen. Um einige der vielen Überlieferungen in Bezug auf die Rauhnächte zu nennen. 

Es ist also die perfekte Zeit, um in sich zu Kehren, altes loszulassen und eine „Reinigung“ durch zu führen. Denn die besonderen Energien der Rauhnächte machen es uns leichter. Sie begünstigen auch Intentionen für das neue Jahr zu setzen und sich die eigenen Werte in Erinnerung zu rufen. In dieser Zeit wird besonders auf Träume geachtet, es wird geräuchert und auch Orakelkarten können befragt werden. 

Und was können wir nun daraus machen ? Ich finde die Idee des Innehaltens und sich Bewusstmachens was noch auf mir lastet und geheilt und losgelassen werden darf sehr schön und beruhigend. Und dass mich eventuell besondere Energien darin unterstützen auch tröstend und magisch. Aber egal ob man nun daran glaub oder nicht, kann es ja nicht schaden sich etwas Zeit für sich zu nehmen und ein wenig zu reflektieren. Für viele von uns ist diese Zeit auch leider eine sehr stressige Zeit. Denn oft ist man von morgens bis abends mit kochen, Besuchen, Kindern, Arbeit, Vorbereitungen etc. beschäftigt. Und deshalb ist es umso wichtiger hier mal bewusst an zu halten und sich wieder mit sich selbst zu verbinden.  Ich habe wie oben erwähnt mich zu den Ritualen belesen, die Menschen heutzutage durchführen um das beste aus diesen interessanten Nächten zu ziehen. Und hier ist eine kleine Zusammenfassung wie ich es dieses Jahr tun werde und lade euch herzlich ein es mit mir zu versuchen: 

Das erste was wir tun können ist unsere Träume „einzufangen“. In dieser besonderen Zeit ist es wichtig auf seine Träume zu achten und diese aufzuschreiben. Man sagt, dass die Träume in dem jeweils dazugehörigen Monat in Erfüllung gehen. Also bezieht sich der Traum in der Nacht vom 24.12 auf den 25.12 auf den Monat Januar 2021. Dabei ist hier wichtig, dass du nicht nur das aufschreibst was im Traum geschehen ist, was du gesehen hast oder wer dabei war. Sondern, dass du hineinfühlst was du in dem Traum gespürt hast. Von welchen Gefühlen wurdest du geleitet? Welche Gefühle hattest du als du aufgewacht bist? Hallte der Traum noch nach? Was könntest du deinen Traum für eine Kapitelüberschrift geben? Was für ein Thema? War es Loslassen? Vielleicht Vergebung oder sich Öffnen? 

Solltest du dich nicht an deine Träume erinnern können oder es reicht dir nicht aus, kannst du auch auch generell einfach mal auf schreiben, was dir an diesen Tagen widerfährt und von welchen Gefühlen du geleitet wirst. Was du für Gedanken hast, während du den Blick in dich richtest. Da empfehle ich dir direkt nach dem Aufstehen einfach mal dir ein bisschen Zeit für dich zu nehmen, noch bevor du auf dein Handy guckst oder Nachrichten liest. Schließe die Augen, und versuche einfach im Hier und Jetzt zu sein. Verbinde dich mit deinem Herzen und beobachte liebevoll die Gedanken die kommen und auch wieder gehen dürfen. Zum Ende mache dir nochmal bewusst für was du dankbar bist an diesem Tag und verbinde dich mit dem Gefühl der Dankbarkeit. Danach kannst du in dein Notizbuch aufschreiben was dich bewegt und wofür du dankbar bist. 

Ein weiteres Ritual ist es, sich jeden Tag einen Fokus zu setzen. Etwas was du vielleicht in deinem Leben verändern möchtest, etwas worüber du mehr erfahren oder loslassen möchtest. Gibt es vielleicht etwas womit du dich im neuen Jahr mehr beschäftigen möchtest? Ein bestimmter Sport, ein neues Projekt, eine neue Idee ? Setze dir jeden Tag einen Fokus und verbringe etwas Zeit mit diesem Thema. Denk daran, die Nächte und Tage sollen ja Vorboten des kommenden Jahres sein und somit kannst du schon mal bestimme Energien freisetzen und Impulse schaffen. 

Du könntest dich ebenfalls vermehrt in der Natur aufhalten, denn die Natur hat automatisch einen beruhigenden Einfluss auf uns und du musst nichts dafür tun. Mach Spaziergänge, vielleicht noch bevor alle anderen wach sind und genieße die Stille des neuen Tages. 

Schreibe eine Liste mit Dingen und Gefühlen, die du nicht mit ins neue Jahr nehmen möchtest. Formuliere auf einem anderen Zettel diese negativen Gedanken und Gewohnheiten ins positive um und verbrenne den „negativen“ Zettel. Dafür empfiehlt sich die Nacht vom 31.12.. 

Was kann man noch tun?

Vertrage dich mit Personen und kläre Sachen, wo es noch etwas zu klären gibt. „Reinige“ dich von schlechten Gefühlen und lass los. Kläre Angelegenheiten und begleiche Schulden. 

Putze und räume so richtig auf. Denn nicht nur die innere „Reinigung“ ist wichtig. 

Plane also deine Rauhnächte und nimm dir jeden Tag etwas besonderes vor:

Eine schöne Sache, die du noch machen kannst ist ein Visionboard zu erstellen. Nimm dir dafür ein großes Blatt Papier oder ein Plakat und fang an es mit Bildern und Ausschnitten aus Zeitschriften zu bekleben, mit Sachen die du gerne in deinem Leben hättest. Du kannst auch raufmalen, Sprüche rauf schreiben und und und. Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Dein Visionboard soll deine Träume und Wünsche repräsentieren. Am besten du hängst es dann irgendwo auf wo du es jeden Morgen sehen kannst, sobald du deine Augen aufmachst. 

Versuche bei deiner morgendlichen Meditation oder deinen Spaziergängen herauszufinden, was eventuell Glaubenssätze sind, die du gerne auflösen möchtest, Dinge die du über dich denkst, die dir nicht mehr dienen und die dich vom Leuchten abhalten. Werde dir bewusst wer die Engel in deinem Leben sind und segne diese Menschen und Lebewesen liebevoll (zum Beispiel am 01.01) . 

Wie du siehst gibt es jede Menge Sachen, die man machen kann. Nutze diese besonderen Nächte und fokussiere dich auf Dinge, die dich beschäftigen. Werde dir bewusst was nicht mehr deiner Wahrheit entspricht, werde dir bewusst nach welchen Werten du dein Leben leben möchtest und wie du Frieden in dir finden kannst. 

Lasst uns gemeinsam die Welt zu einem friedlicheren Ort machen. Das können wir nur tun, indem wir anfangen in uns etwas zu verändern. Wenn wir mehr lieben, wird mehr Liebe vorhanden sein und damit können wir so vieles bewirken.

Ich wünsche dir eine wundervolle Weihnachtszeit mit unendlich viel Liebe und Freude! 
Sarah

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Svenja

    Danke für diesen wirklich liebevoll verfassten Artikel! Es tut gut, sich selbst daran zu erinnern, dass man sein Leben selbst bestimmen kann und dass die kleinen Dinge letztendlich das sind, was langfristig die größte Wirkung erzielt.

    Danke für die schönen Anregungen, ich werde direkt einige davon umsetzen. Besonders schön und kraftvoll finde ich es, sich über seine Engel im Leben bewusst zu werden und ihnen zu danken. <3

  2. Aga

    Super interessant! Danke fürs zusammentragen 🙂

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